Kleines Budget – gutes Auskommen in Kenia

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Wie ein Perspektivwechsel mir die Türen zum Reichtum öffnete

Gleich vorweg: Dies ist vielmehr ein Artikel über meine Einstellung und wie sie meinen Umgang mit Geld auf Reisen beeinflusst.

Dies ist keine Anleitung zum Reisen mit kleinem Geldbeutel.

Aber: Mit der richtigen Sicht auf die Dinge wird es auch für dich einfacher, mit Geld umzugehen.

Ganz ehrlich: Als ich zum ersten Mal nach Kenia reiste, ging ich als Freiwillige, weil ich kein Geld hatte.

Ich hatte gerade die Schule beendet und war einfach knapp bei Kasse. Oder zumindest war das einer der Gründe. Ich war am afrikanischen Kontinent interessiert und wollte natürlich auch mit den Menschen in Kontakt kommen. Als „Touristin“ oder Individualreisende hinzufliegen war einfach nicht so mein Ding.

Trotzdem spielte Geld eine Rolle. Dabei ist eine Reise mit einem Freiwilligendienst gar nicht so billig, wie du vielleicht denkst. Ich kaufte die Flugtickets und bezahlte eine deutsche Organisation für Vermittlung und Vorbereitung. In Kenia bezahlte ich eine weitere Organisation für Essen, Unterkunft und ihre Arbeit.

Für mich war es die nach wie vor die günstigste und vor allem passendste Option, als Freiwillige zu reisen.

Es ist immer gut, einen kleinen finanziellen Puffer auf dem Konto zu haben, wenn du ins Ausland gehst. Viele Leute arbeiten extra und sparen auf ihre nächste Reise. Das ist schwer verdientes Geld und wahrscheinlich möchtest du es nicht zum Fenster hinauswerfen.

Ich habe anfangs sehr spartanisch gelebt in Kenia. Mir nie Süßkram gekauft oder andere Dinge, die mir als Luxus erschienen. Ich bildete mir ein, in einem afrikanischen Land gehöre sich das nicht. Das ist natürlich Quatsch und basierte auf meiner Voreingenommenheit. Aber ich habe auch in Deutschland darauf geachtet, nicht über die Stränge zu schlagen, um mir das Reisen leisten zu können.

Es dauerte viele Jahre, bis ich zwei Dinge verstanden hatte:

  • Die Tatsache, dass ich einen Nebenjob finden, extra Geld verdienen und ansparen kann, um damit einen Flug zu bezahlen, ist ein Privileg, das nicht viele Menschen haben.
  • Und was gerade im Zusammenhang mit Freiwilligenarbeit wichtig ist: Viele Menschen in Kenia hätten es vorgezogen, dass ich ihnen das Geld geschickt hätte, anstatt den Flug davon zu bezahlen.

In bestimmten Situationen betrachten mich einige Menschen als reiche Person. Und ich habe ja auch einfach mehr Geld zur Verfügung als sie. Ich fühlte mich lange schuldig deswegen, aber ich habe gelernt, damit umzugehen.

Das Wichtigste, das du bedenken musst, wenn du im globalen Süden unterwegs bist, ist Folgendes:

Du wirst immer mehr Geld, besseren Zugang dazu und eine höhere finanzielle Sicherheit haben als die meisten Menschen, die du vor Ort kennenlernen wirst. Denk nur an deine Versicherungen, Visakarten, staatliche Unterstützung, Studentenkredite, familiäre Hilfe usw.

Viele meiner kenianischen Bekannten haben kein Konto auf einer Bank. Sie brauchen auch keins. Sie können Geld auch ganz einfach per Handy verschicken. (Eine Erfindung, die übrigens aus Kenia stammt und hier schon lange gang und gäbe ist.)

Indem ich mir mein Privileg in Erinnerung rufe, manövriere ich mich ein bisschen besser durch Situationen, in denen es ums Geld geht. Es hilft mir bei Entscheidungen, wofür ich wirklich Geld ausgeben möchte und macht es einfacher, bestimmte Situationen besser zu verstehen.

Als mein Mann mit einer Freiwilligenorganisation auf der Basis von Aufwandsentschädigungen arbeitete, wurde er von Freiwilligen in ein schickes Restaurant eingeladen. Um dorthin zu kommen, gab er die Hälfte des Geldes aus, das ihm an diesem Tag zur Verfügung stand. 80 Schilling (ca. 80 Eurocent) blieben übrig, gerade genug, um wieder nach Hause zu kommen. Im Restaurant bestellte er einfach nur Tee, und der war schon verhältnismäßig teuer. Nach dem Essen ließ die Freiwillige, die ihn eingeladen hatte, 400 Schilling (ca. 4 Euro) als Trinkgeld auf dem Tisch liegen. Trinkgeld ist nicht gerade eine gewöhnliche Geste in Kenia. Und da stand er nun, mein Mann, mit den letzten Schillingen für die Rückfahrt in der Tasche, und 400 Schilling blieben einfach so auf dem Tisch eines noblen Restaurants liegen.

Ich gebe nach wie vor wenig Geld auf Reisen aus. Ich habe auch einfach nicht übermäßig viel davon.

Meistens übernachte ich bei Freunden oder deren Freunden. Dann unternehme ich Dinge mit ihnen und lebe so lokal wie möglich. Darum ist das Teuerste immer der Flug. Wenn ich den habe, steht meiner Reise finanziell eigentlich nichts mehr im Wege.

Ich lebe gerne minimalistisch, auch in Deutschland, was auf Dauer auch günstiger ist.

In Kenia habe ich ein Gefühl dafür entwickelt, wann mir etwas teuer erscheint. Essen auf dem Markt zu kaufen ist günstiger. Trotzdem gehe ich auch in Supermärkte, um einige wenige Sachen zu besorgen, die ich nicht missen möchte. Ich nutze immer die öffentlichen Transportmittel und lasse mich bei Ausflügen erstmal von Freunden beraten, die meistens günstigere Deals über Bekannte rausschlagen können.

Manchmal helfe ich kenianischen Freunden bei Beerdigungen oder mit Krankenhausrechnungen. Nicht weil ich mich schuldig oder in der Pflicht fühle, sondern weil das auch meine kenianischen Freunde so machen.

Mir ist es wichtig, meinen Freunden und Gastgebern etwas zurückzugeben, weil sie auch viel zu meinem Leben beitragen.

Mir sind Diskussionen über Geld immer unangenehm, aber ich kenne mein Privileg und das macht es einfacher, Dinge einzuordnen und zu erklären. Außerdem habe ich eine (flexible) Haltung entwickelt, wofür ich Geld ausgeben mag und wofür nicht.

Wie gehst du mit Geld auf Reisen um? Sind dir solche Diskussionen auch so unangenehm? Was sind deine Tipps für mich? Schreib mir in den Kommentaren.

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