Gesundheit auf Reisen: 6 Tipps von Impfung bis Epidemien

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Um deine Erlebnisse voll auszukosten, solltest du auf dich und deine Gesundheit auf Reisen achten. Nichts ist so unangenehm und ärgerlich, wie mit einer Magenverstimmung oder einer Erkältung im Hostel zu liegen anstatt das Reiseland zu erkunden.

1. Krankheiten komplett auskurieren

Sollte dies aber dennoch geschehen, solltest du dir viel Zeit und Ruhe gönnen und deinen Körper ordentlich auskurieren. Denn verschleppen ist noch viel anstrengender als aussitzen. Auch wenn du dadurch Angst bekommst, etwas zu verpassen und nicht alles sehen kannst, was du dir vorgenommen hast. Gehe zum Arzt, ins Krankenhaus oder in die Apotheke. Lass dich professionell beraten, so wie du das auch in Deutschland tun würdest, und dosiere nichts auf eigene Faust.

Du kannst jedoch schon vor der Abreise vorsorgen.

2. Impfungen

Lass dich beim Hausarzt beraten. Er wird den ungefähren Aufenthaltsort wissen wollen und deine Reiseart. Manche Ärzte bieten eine solche Reiseimpfberatung kostenlos an, andere verlangen etwa 30 Euro.

Ich habe es damals im Zuge meiner allgemeinen Impfauffrischung machen lassen. Das war umfassend und unkompliziert. Starte früh genug, weil manche Impfungen mehrmals gemacht werden müssen oder nicht zusammen durchgeführt werden können.

Die besten Hinweise gibt es auf den Seiten des Auswärtigen Amtes. Die meisten Krankenkassen übernehmen die Impfungen, die hier für eine Reise empfohlen werden.

Für ein paar Länder sind Impfungen wie die gegen Gelbfieber sogar vorgeschrieben, sonst bekommst du kein Visum.

3. Eine persönliche Anmerkung zur Malaria-Prophylaxe

Es gibt verschiedene Mittel als Vorbeugung gegen Malaria mit verschiedenen Nebenwirkungen und in verschiedenen Preisklassen. Ich habe eines davon in Kenia und Südafrika benutzt und hatte keinen nennenswerten Probleme.

Ich habe jedoch mitbekommen, dass diese Mittel keinen absoluten Schutz bieten, da Bekannte trotz der Einnahme Malaria bekamen. Und ich kenne Leute, die sehr stark unter den Nebenwirkungen litten. Außerdem hatte ich mehrmals die leichte Form von Malaria und habe davon keinerlei Nachwirkungen davongetragen.

Im Allgemeinen – und das ist meine persönliche Meinung und nicht die eines Arztes – rate ich Reisenden von der Prophylaxe mit Medikamenten ab. Vor allem, wenn sie sehr lange oder nur in bestimmten Gebieten unterwegs sind.

Die beste Vorsorge, die ich in Kenia streng befolge, besteht aus langer Kleidung inklusive Socken am Abend, Insektenspray und Moskitonetz. Mit Kind, das auch keine Medikamente nimmt, haben wir das Repertoire inzwischen um einen elektronischen Mückenverscheucher und Räucherzeug erweitert. Alles habe ich vor Ort für wenig Geld besorgt und es wirkt wunderbar. Außerdem gibt es auch homöopathische Mittel, falls das etwas für dich ist.

Sobald ich mich komisch, schwach oder einfach krank fühle, gehe ich sofort zum Arzt. Auch auf dem Land in Kenia war dies immer möglich. Je früher du gehst, desto besser die Heilungschancen.

Meiner Schwester allerdings stimme ich zu in ihrer Entscheidung, eine Prophylaxe zu nehmen. Sie kommt in der Regenzeit zu Besuch und unsere Gegend ist Risikogebiet. Außerdem ist die Arme der größte Mückenmagnet, den ich kenne.

Du siehst also, es ist deine individuelle Entscheidung und hängt von dir und deiner Reise ab.

4. Du brauchst kein Erste-Hilfe-Paket und auch keine Reiseapotheke.

Ich reise schon lange ohne „praktisches“ Reiseapothekenpäckchen, denn das Meiste daraus habe ich nie benutzt. Von den praktisch erscheinenden, fertig zusammengestellten Päckchen rate ich ganz ab.

Stelle dir stattdessen lieber etwas zusammen, was auf dich und deine Bedürfnisse passt. Orientiere dich dabei an deinen Gewohnheiten in Deutschland.

Ich nehme nie Schmerztabletten, weil ich glücklicherweise extrem selten maximal leichte Kopfschmerzen habe, die sich mit Schlaf auskurieren lassen. Also packe ich auch keine Schmerzmittel in die Reiseapotheke. Den Verband, den ich anfangs immer mitschleppte, habe ich glücklicherweise nie benutzt und schließlich aussortiert. Ich habe auch keinen empfindlichen Magen, nur manchmal gereizte Augen, auch in Deutschland. Deswegen kommen zwei Kanülen mit Augentropfen mit. Mehr nicht.

Ein leichtes, möglichst natürliches Durchfallmittel kann ich noch empfehlen, denn auf anderes Essen reagiert ein Darm gerne. Aber auch das kommt bei mir inzwischen sehr selten vor, weil ich auf mich acht gebe, Trinkwasser abkoche, Lebensmittel ordentlich wasche usw.

Denke an Sonnencreme und eventuell Mückenschutz. Wenn dir Kontaktlinsen mit ihrem Zubehör zu umständlich erscheinen, kannst du vielleicht für die Zeit deiner Reise auf deine Brille umsteigen.

Pflaster, Halsbonbons, Kondome und was du sonst noch brauchen könntest, bekommst du eigentlich überall auf der Welt in Läden, Apotheken oder im Kiosk.

Vergiss natürlich nicht die Medikamente, die du auch in Deutschland regelmäßig einnehmen musst.

5. Reiseversicherung

Keine Versicherung bewahrt dich vor Krankheiten oder Unfällen auf Reisen. Trotzdem brauchst du sie, weil sie sich in diesen Fällen zumindest um die Kosten kümmert.

6. Epidemien und Krankheitsausbrüche. Gedanken zu Ebola, Zika-Virus und so weiter.

Krankheiten wie verschiedene Grippen, Ebola, der Zika-Virus und ähnliche Epidemien sind definitiv enorm gefährlich. Sie töten nach wie vor zu viele Menschen und bereiten bestimmten Ländern sehr große Not.

Überreagiere jedoch bitte nicht auf Medienberichte. Ich war in Kenia, als Ebola in Westafrika ausbrach. Damals war die Krankheit geographisch und logistisch gesehen viel näher an den USA als an Kenia. Und sie erreichte die Staaten schließlich auch. Kenia nicht.

Unsere Medien sind Profis in der Verbreitung von Panik und Vorurteilen. Große, einflussreiche Organisationen fällen ihre Entscheidungen nicht einfach so. Aber objektiv sind sie auch nicht immer.

Der medizinische und kulturelle Kontext vor Ort ist selbst für manche Regierungsorganisation viel zu komplex, um entsprechende zu reagieren.

Es ist sehr verständlich – und ratsam – eine Reise in ein Land abzusagen, in dem es zu einer Epidemie kommt. Ein Land. Nicht unbedingt ein Kontinent.

Auch Cholera habe ich in Kenia erlebt. Hin und wieder gibt es eine Welle. Cholera ist gefährlich und enge Freunde und Verwandte waren betroffen. Ich schreibe das hier nicht, um anzugeben, ganz im Gegenteil. Ich möchte betonen, dass es bessere Handlungsoptionen gibt als Panik und Panikmache.

Aus der Ferne ist die Situation immer sehr schwer einzuschätzen. Solltest du in einem betroffenen Land sein, bleib vor allem ruhig. Dann halte dich an die Vorbeugungs- und Schutzmaßnahmen und an die Ratschläge deiner Freunde und Bekannten vor Ort.

Wie hältst du dich auf Reisen gesund? Was kommt in deine Reiseapotheke? Schreib mir unten in den Kommentaren.

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Entspannt vorbereiten. Nichts vergessen. Besser reisen.

2 Gedanken zu „Gesundheit auf Reisen: 6 Tipps von Impfung bis Epidemien

  1. Hallo Laura,
    ganz toller Artikel! Ich finde auch, dass in vielen Fällen die Panik viel größer gemacht wird, als die Krankheit am Ende sein könnte. Natürlich sollte jeder auf einen vollständigen Impfschutz achten und sich in Risikogebieten auch dementsprechend verhalten, aber mit einem Koffer voller Medikamente bekommt man auch keine Garantie.

    Ich persönlich reise mit Kontaktlinsen, daher auch mit ausreichend Mitteln. Wobei es die natürlich auch so ziemlich überall gibt, daher muss es da auch nicht der Jahresvorrat sein. Leider bin ich gegen Sonnencreme allergisch, daher habe ich immer meine dabei – die einzige, die ich vertrage. Und ein paar Paracetamol gegen gelegentliche Kopfschmerzen. Ich achte leider nicht immer auf genügend Wasser 🙁

    Zum Glück habe ich einen total stabilen Magen, daher hatte ich noch nie Probleme mit fremdländischen Essen. Deshalb bleiben diese Mittelchen mittlerweile auch zu Hause.

    Viele Grüße
    Magdalena

  2. Danke dir, Magdalena!
    Mein Magen ist leider durch das viele Reisen etwas sensibler geworden. Aber selbst da wird mir immer vor Ort geholfen. Und viel Wasser trinken ist ein wichtiger Tipp, wahrscheinlich der wichtigste!

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