Lauras Artikel im Oktober

Wenn ich von Reisen zurückkomme, gibt es eine Frage, die ich am meisten fürchte: „Und, wie war’s?“ Ich habe die Problematik dieser Frage schon woanders beschrieben.

Nun war ich ja noch nicht einmal in Japan. Doch schon jetzt merke ich, dass diese Frage unbeantwortet bleiben muss.

Im Zuge der VorFreudeBereitung habe ich mich nämlich zum Beispiel mit dem Konzept Kawaii beschäftigt. Denn was mir bei Japan in den Sinn kommt, ist unter anderem die Faszination für Manga und Katzen und Sticker und all dieses unglaublich übertriebene, goldige, süße Zeug. Selbst der Inhalt der Dosen mit dem Mittagessen wird für die Kinder mit Herzchen und Smileys geschmückt. Angefangen hat das wohl in den 1970ern als eine besondere Handschrift in der Schule. Und Kawaii bedeutet so viel wie „peinlich berührt“ oder „rot werden“, im Umkehrschluss aber auch „liebenswert“.

Und natürlich bestätigen Studien, dass die Niedlichkeit von Emojis und Hello Kitty die Produktivität fördern.

Lena hat letzte Woche auf Instagram noch so viele weitere Eindrücke von Japan vermittelt. Von erdbebensicherer Architektur über futuristische Museen und Straßencafés bis hin zu Tempeln und atemberaubender Natur hat Japan alles zu bieten. Wie soll man da auf die Frage, wie es denn war, antworten?

Deshalb bleibe ich auch gerne länger an einem Ort auf Reisen, anstatt von Ort zu Ort zu hasten. Es gibt immer viel mehr zu entdecken, als man annimmt. Und so lässt sich auch kein bereistes Land auf einen einzigen, alles umfassenden Nenner bringen.

Ich finde es schön zu wissen, dass wir niemals die ganze Komplexität eines Ortes erfassen, geschweigr denn verstehen können. Und jede neue Reise bestätigt mir diese Erfahrung. Umso wichtiger ist es mir, eine offene Einstellung zu bewahren und keine allgemeingültigen, allumfassenden Annahmen zu machen. Aber das kann man ja auf Reisen immer so schön üben.

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