Schwanger und reisen – gar kein großer Unterschied!

Es ist ein Wunder.

Es macht einen anderen Menschen aus dir.

Man muss sich einfach darauf einlassen.

Man kann es nicht wirklich planen.

Es macht glücklich.

Spreche ich vom schwanger sein oder vom Reisen? Von beidem natürlich! Mit beidem habe ich nun Erfahrung und es gibt erstaunlich viele Parallelen zwischen reisen und Schwangerschaft.

1. Du kannst dich vorbereiten, aber nicht gut planen.

Das ist wohl mein wichtigster Punkt gleich zu Anfang. Ob du nun eine Reise antrittst oder ein Kind erwartest: Du kannst viel vorbereiten. Sowohl beim Reisegepäck als auch bei der Babyausstattung ist weniger oft mehr. Du kannst organisieren, wer dich zum Flughafen oder zum Geburtsort bringen wird. Und du solltest dich um ein paar Formalitäten wie Visum und Flugticket beziehungsweise Urlaub und Hebamme kümmern.

Aber wie die Reise oder die Geburt an sich ablaufen werden, kannst du definitiv nicht planen. Das darfst und musst du auf dich zukommen lassen. Sei offen für alles, was sich dir anbietet. Umso mehr kannst du die Zeit genießen.

2. Hormone, Hormone, Hormone – Glücksgefühle ohne Ende.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die chemischen Prozesse in meinem reisenden Körper ähnlich denen in meinem schwangeren Körper sind. Endorphine ohne Ende! Reisen macht glücklich, und schwanger sein auch. Das hat die Natur schon so eingerichtet.

Freudige Erwartung, spannende Gänsehautmomente und Augenblicke, die einem für immer in Erinnerung bleiben werden. Das kann ich für beide Lebensphasen jeweils so bestätigen.

3. Strapazen gibt’s gratis dazu.

Ich hatte bisher Glück und habe weder beim Reisen noch in den Schwangerschaften allzu große Probleme gehabt, die ich nicht irgendwie lösen konnte.

Dicke Beine, Übelkeit, oder die Sehnsucht nach ein bisschen mehr Bewegungsfreiheit gegen Ende der Schwangerschaft lassen sich ansatzweise vergleichen mit den Strapazen eines Langstreckenfluges. Und wie auf Reisen hatte ich auch in der Schwangerschaft Momente von Unsicherheit und Angst und manchmal einfach Lust, alles hinzuschmeißen und sein zu lassen.

4. Du bist nicht allein.

Es wird dir immer jemand helfen!

Neulich wurde ich zum Reisen ohne Smartphone interviewt und gefragt, ob es denn jemals einen gefährlichen oder ungemütlichen Moment deswegen gab. Mir fiel keiner ein. Ich habe immer Hilfe erfahren, wenn ich welche brauchte und darum bat. Das Geheimnis ist, zu fragen und anzunehmen.

Beim Reisen waren es Wegbeschreibungen, angebotene Unterkünfte, Ratschläge und Hilfe beim Flicken eines Platten. In der Schwangerschaft waren es Einkäufe, Geschenke, getragene Kinderwägen und Babysitter-Dienste.

Du musst wirklich nur fragen und bereit sein, jedes Angebot zu akzeptieren. Dann merkst du sowohl auf Reisen als auch mit Babybauch, dass dir immer geholfen wird.

5. Du siehst dich selbst und die Welt mit anderen Augen.

Ich habe mich selten so wohl gefühlt wie in meinem schwangeren Körper. Und auch das Reisen hat mir Aspekte von mir selbst eröffnet, die ich vorher nicht gekannt habe. Plötzlich sieht die Welt ganz anders aus. Nur weil man da ein Wesen im Bauch hat oder weil man sich in eine andere Kultur begibt.

Wer seinen Horizont erweitern möchte, sollte entweder reisen oder schwanger werden.

6. Es wird dich für immer verändern.

Das Schwierigste beim Reisen ist ja oft das nach Hause kommen, weil man sich in so kurzer Zeit so sehr verändert. Die Erfahrungen, die du auf einer Reise machst, werden dich für immer prägen. Klar kommt man irgendwann wieder in seinen Alltagstrott, aber man wird nie wieder ganz genau so sein wie vor der Reise.

Und so ist es auch mit dem Kinderkriegen. Es gibt kein Zurück. Stress und Alltag und Langeweile stellen sich früh genug wieder ein und irgendwie arrangiert man sich. Aber die Zeit „davor“ ist vorbei und du bist ein neuer Mensch.

7. Du kommst an deine Grenzen und gehst neu daraus hervor.

Was bringt dich besser aus deiner Komfortzone als eine Reise? Wahrscheinlich nur eine Geburt!

Beides ist ein Kraftakt, das Betreten von unbekanntem Terrain. Ich habe schon von den Strapazen geschrieben und vom Hinschmeißen. Aber wenn du durch alles durch bist – ob das nun deine erste Reise alleine oder eine zweimonatige Wüstenwanderung ist, oder eben Schwangerschaft und Geburt – wenn du durch alles durch bist, blickst du zurück und fragst dich manchmal:

Wie hab ich das nur geschafft? Woher habe ich diese Kraft, diesen Mut und diese Grazie genommen? Das hätte ich nie von mir erwartet!

8. Es ist zutiefst menschlich.

Wir sind dazu gemacht, Kinder zu kriegen. Und wir sind dazu gemacht, uns fortzubewegen und haben es seit Anbeginn der Menschheit getan. Das heißt natürlich noch lange nicht, dass jede*r es machen muss!

Aber da ist was in unseren menschlichen Genen, in unserem Dasein als Menschen, das uns beides meistern lässt.

Deswegen machen wir das wohl bis heute: schwanger sein und reisen.


Unterstützer*innen unserer #JapanPlan-Kampagne haben Zugang zu der Video-Version dieses Artikels, inklusive Blick auf meinen Babybauch.

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