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3 Gründe, ein paar Worte in der Landessprache zu lernen

In Kenia gibt es 46 eigenständige Sprachen. Wie in jeder Sprache gibt es darunter nochmal verschiedene Dialekte. Und das ist noch wenig für ein Land in Afrika. Ich spreche keine davon.

Ich spreche Kiswahili, das ist die Landessprache, die bis auf meine Schwiegeroma eigentlich alle wie ihre zweite (immer öfter auch erste) Sprache sprechen. Wenn mir mein umgangssprachliches Kiswahili ausgeht, komme ich mit Englisch, der offiziellen Sprache, auch gut weiter.

Als ich in Nairobi lebte, wohnte ich im Arbeiter- und Angestelltenviertel. Von dort musste ich einmal quer durch die Stadt auf die andere Seite mit ihren großen Einkaufszentren und Co-Working Spaces. Ich stieg aus dem Bus und versuchte herauszufinden, wo ich für ein bestimmtes Treffen hin musste.

Da ich keinerlei Orientierungssinn habe, fragte ich viele Leute nach dem Weg. Ich war so in der Übung mit meinem Kiswahili, dass ich kaum mehr wahrnahm, dass ich eine fremde Sprache sprach.

Aber als ich auf Kiswahili nach dem Weg fragte, passierte etwas Interessantes: Die Gesichter der meisten Menschen, mit denen ich sprach, fingen an zu leuchten und sie lächelten. Sie hörten sich meine Frage an, beschrieben mir den Weg und fügten hinzu, wie gut ich doch Kiswahili spräche. Ich hatte sie überrascht.

1. Viel engerer Kontakt zu den Menschen.

Ich weiß nicht, ob ich mit Englisch ähnliche Reaktionen hervorgerufen hätte. Wenn jemand seine paar Reste Deutsch hervorkramt, was denkst du dann? So ein Angeber? Der kriegt nicht mal die einfachste Grammatik richtig hin?

Also ich bin immer beeindruckt, wenn sich jemand die Mühe macht und sich überwindet, Deutsch mit mir zu sprechen. Und genauso eine Rückmeldung habe ich bisher jedes einzelne Mal bekommen, wenn ich mit meinem Kiswahili, meinem Schwedisch oder meinem Französisch angestolpert kam.

Niemand hat mir je meine Fehler übelgenommen. Im Gegenteil, alles was du auch nur mit ein paar Grußworten in der lokalen Sprache ausdrückst, wird Türen, Gesichter und Herzen öffnen, Freundlichkeit und Lächeln hervorrufen.

2. Weniger Stress, mehr Offenheit.

In Litauen kannte ich irgendwann die Worte für Bäckerei und Schöheitssalon und Buchladen. Ich wusste also, wonach ich suchen musste, wenn ich Hunger hatte.

Natürlich kannst du dich auch von Schaufenster zu Schaufenster hangeln. Oder du kennst eben die wichtigsten Worte in der lokalen Sprache und brauchst dich nicht krampfhaft auf die Auslagen zu konzentrieren, um etwas Essbares zu finden. Vielleicht kannst du zwischen Fischrestaurants, veganen Bistros und Donut-Cafés unterscheiden. Das erhöht auch die Garantie, dass du deinen Appetit auch wirklich mit dem stillst, worauf du Lust hast.

Wenn du ein paar Worte in der neuen Sprache lesen kannst, wirst du viel entspannter. Und die Wahrscheinlichkeit, dass deine Erwartungen erfüllt werden und deine Erfahrungen positiv ausfallen, ist wesentlich höher.

3. Höhere Sicherheit und weniger Fettnäpfchen.

Gut, wenn man weiß, was die Worte für „Achtung, Gefahr!“, „Nicht einsteigen!“ oder auch „Herren / Damen“ ist. Wenn man Hinweise zu angemessener Kleidung zum Beispiel in Gebetshäusern lesen kann. Wenn man sagen kann: „Ich brauche Hilfe.“ oder auch nur „Ich spreche leider kein … Spricht hier jemand Englisch?“

Gerade in Gegenden, in denen nicht so viele Touristen unterwegs sind, oder auch in lokalen Verkehrsmitteln, helfen solche Floskeln schon ungemein, Fettnäpfchen zu vermeiden und genauer auszudrücken, was man braucht. Das trägt auch zu einem entspannteren Grundgefühl bei, weil du dir sicher sein kannst, die wichtigsten Vorfälle in deiner Umgebung mitzubekommen und entsprechend reagieren oder um Hilfe bitten zu können.

Und wie lerne ich das jetzt alles?

Mache dir schon vor der Reise Gedanken zu Wörtern und Sätzen, die spezifisch auf die passen. Wenn du dich in der Landessprache vorstellen kannst, kannst du schnell in Kontakt mit den Menschen vor Ort kommen. Mit allergiespezifischen Wörtern oder Sätzen über deine Vorlieben bist du auch gesundheitlich auf der sicheren Seite.

Vielleicht weißt du schon, welche Aktivitäten du unternehmen willst, und kannst sie in der Landessprache klarer ausdrücken.

Du musst keinesfalls fließend sprechen. Aber ein paar entscheidende Worte in der neuen Sprache bereichern deine Reiseerfahrung ungemein.

Was sind deine Tipps fürs Reisevokabular? Wo hat die ein wenig Sprachkenntnis schon mal Türen und Herzen geöffnet? Lass es mich wissen, unten in den Kommentaren.

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