Warum ich mich nicht sonderlich um Reisewarnungen kümmere

is it safe to travel to kenya

und was ich stattdessen für meine Sicherheit auf Reisen tue

Oft werde ich gefragt: Wie gefährlich ist eine Reise nach Kenia? Meiner Meinung nach beginnt Sicherheit bei mir im Kopf. Hier ist meine Ansicht:

Vor der ersten Veröffentlichung dieses Artikels hielt die britische Botschaft in Kenia ihre Landsleute an, einige Orte an der kenianischen Küste und in der Hauptstadt Nairobi zu meiden. Dieser Rat kam nach einigen Angriffen und Drohungen durch terroristische Gruppen. Die Orte, die stark vom Tourismus abhängig sind, bekamen die negativen Auswirkungen dieser Warnung deutlich zu spüren.

Die kenianische Regierung bat die britische Botschaft, diese Warnung wieder zurückzuziehen. Auch die amerikanische Botschaft, die ähnliche Warnungen veröffentlicht hatte, sollte diese entschärfen. Ich muss dazu sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt an einigen der als gefährlich bezeichneten Orte war und noch lebe.

Dann wurden die Warnungen plötzlich wieder aufgehoben.

Ein paar Hinweise blieben, aber viele der vorher als gefährlich bezeichneten Orte waren laut den Botschaften nun wieder „zugänglich“. Dies geschah kaum eine Woche nach dem Angriff auf eine militärische Einrichtung in Lamu, bei dem mehrere Angreifer getötet wurden. Unter ihnen war auch ein Brite.

Das zeigt, dass solche Reisewarnungen manchmal politisch motiviert oder einfach willkürlich sind.

Ich hatte mich für den Newsletter der deutschen Botschaft eingetragen, aber ich meldete mich schnell wieder ab. Denn meistens bekam ich Warnmeldungen oder andere Hinweise, die sich nicht mit meinem Alltag in Nairobi vereinbaren ließen. Ein paar Beispiele:

  • Nutzen Sie keine Matatus (öffentliche Minibusse), es ist gefährlich, mit ihnen zu reisen. (Nun, wenn ich nicht ständig zu Hause herumsitzen will, MUSS ich notwendigerweise irgendwann in ein Matatu steigen. Sie sind das einzige mir verfügbare öffentliche Verkehrsmittel.
  • Vermeiden Sie überfüllte Orte. (Nairobi Downtown, die Endhaltestelle meiner Matatu-Route, ist automatisch immer ein überfüllter Ort, den ich durchqueren muss, wenn ich ins City Center will.)
  • Herzliche Einladung zum kenianischen Oktoberfest. (Ich gehe nicht mal auf das deutsche, warum sollte ich dann auf das kenianische gehen? Ich habe gehört, letztes Mal gab es nicht mal deutsches Bier. Und außerdem müsste ich, um dahin zu kommen, gleich mehrere Matatus benutzen und mehrere überfüllte Orte durchqueren…)

Was ich sonst für meine Sicherheit tue:

  • Ich bin in meiner Straße bekannt und unterhalte mich viel mit Leuten. Sie kennen mich und wissen, dass ich keine Touristin mehr bin, sondern eine Anwohnerin.
  • Ich habe einige Freunde, die mich UND die Stadt kennen und die mir gute Ratschläge geben können, wie ich mich verhalten sollte.
  • Wenn mir ein Kenianer sagt, ich solle einen bestimmten Ort nachts meiden, folge ich dem Ratschlag.
  • Wenn es dunkel ist, richte ich es so ein, dass ein kenianischer Freund mich begleitet.
  • Ich lasse es mir nie anmerken, wenn ich mich verlaufen habe und achte darauf, den Weg immer genau zu kennen.
  • Ich trage keinen Geld-Gürtel und versuche auch sonst, so wenig wie möglich wie ein Tourist auszusehen.

Mit diesen Maßnahmen fühle ich mich sehr sicher und bin entspannt. Das funktioniert viel besser als sich von politisch motivierten oder willkürlichen Reisewarnungen der Botschaften verrückt machen zu lassen.

Wenn du im Ausland krank wirst

sick abroad

Erfahrungen aus Kenia

Auf Reisen krank werden nervt. Eigentlich willst du deine Reise genießen und musst auf der Höhe sein.

Ich war mehrere Male krank in Kenia und habe eine gewisse Einstellung entwickelt, die es einfacher macht, dass ich schnell wieder gesund werde.

Ich folge der Regel: Je früher, desto besser. Wenn ich mich fiebrig fühle, oder schwach, mir schwindelig ist oder ich Bauchschmerzen habe, gehe ich zum Arzt oder zur Apotheke. Es muss nicht immer ein Krankenhaus sein. Gerade in Kenia muss man im öffentlichen Krankenhaus manchmal lange warten. Eine Apotheke oder eine private Klinik tut es auch. Die machen einen Test und verschreiben dir dann das entsprechende Medikament.

Wenn es mir nicht gut geht, liegt das meistens an Malaria oder Bauchbeschwerden.

Malaria

Die Symptome bei mir fangen immer mit Gelenkschmerzen in den Fingern an. Dann verbreiten sie sich über den ganzen Körper. Ich fühle mich schlapp, generell unwohl und mir ist einfach schwummrig. Es passiert häufig, wenn ich gerade vom Land zurückkomme, wo Malaria häufiger vorkommt als in der Hauptstadt Nairobi.

Ich gehe dann zum Arzt. Der piekst mich in den Finger und testet mein Blut. Dann bekomme ich sechs mal vier gelbe Tabletten, die ich in den kommenden drei Tagen nehme – und fertig.

Malaria sollte jedoch ernst genommen werden. Selbst wenn du prophylaktische Mittel nimmst und dich mit Insektenspray einsprühst – geh zum Arzt, wenn dir auch nur ein bisschen übel ist.

Wir haben einmal meine ganze Familie zum Arzt geschleppt, einfach um sicher zu sein. Niemand hatte Malaria, und es war eine Erleichterung, Gewissheit zu haben.

Auf der anderen Seite ist Malaria für uns privilegierte Touristen auch nicht das Ende der Welt und leicht zu behandeln. Auch in ländlichen kenianischen Gegenden gibt es Einrichtungen des Gesundheitswesens. Nimm sie unbedingt in Anspruch!

Bauchschmerzen

Wir Reisende wissen oft nicht, wie man sich richtig die Hände wäscht, bestimmtes Essen säubert oder einen bestimmten hygienischen Standard unter neuen Umständen aufrechterhält. Deshalb bekommen wir oft Probleme mit der Verdauung. Manche lassen sich mit Durchfall-Medikamenten beheben. Ich habe normalerweise immer welche zur Hand. Wenn das Bauchweh aber länger als einen Tag anhält, gehe ich zum Arzt.

Der fragt dann meistens nach einer Stuhlprobe. Nicht jedermanns Sache, aber wichtig für eine ordentliche Diagnose. Bisher hatte ich bakterielle Magen-Infekte oder Amöben. Es gab immer Medikamente dagegen. Ich frage dann auch immer, was ich essen und trinken darf und was nicht.

Medikamente

Manchmal lässt sich über den Preis für die Medikamente verhandeln. Das hängt aber vom Ort und der Art der Medikamente ab. Manche Marken sind günstiger, andere teurer. Wir hatten mal einen Fall einer Infektion im Mund. Das benötigte Mundwasser gab es wesentlich günstiger im Supermarkt als beim Apotheker.

Schmerzmittel

Normalerweise gibt mir der Arzt oder Apotheker immer Schmerztabletten mit. (Denke daran, dass du vor allem bei Magen-Darm-Problemen nicht alle Schmerzmittel vertragen wirst.) Wir hatten oft noch einen Vorrat von letztem Mal und ich habe dem Arzt gesagt, dass ich keine brauchte.

Natürliche Linderung

Meine Schwiegermutter hatte früher einen Topf mit hausgemachter Medizin, die einfach alles heilte. Sie half mir, meinen Durchfall loszuwerden, mit zwei Tassen eines sehr bitteren Kräutertees. Wenn du solchen Sachen offen gegenüberstehst, so wie ich, können sie durchaus helfen. Es handelt sich um altes Wissen, das seit Generationen wirkt.

Dosierung

Frage nach, wie viele Tabletten du zu welcher Tageszeit nehmen musst. Ich verwechsle die Zahlen und Mengen ständig, die die Apotheker auf die kleinen Tütchen schreiben, um die Dosierung anzuzeigen.

Kurzum: Versuche, nicht auszuflippen.

Ich hinterfrage meinen deutschen Arzt nicht besonders oft, warum sollte ich es dann in Kenia tun? Er weiß, was er tut. Er hat diese Dinge studiert und ich bin nicht seine erste Patientin.

Wenn ich beim Arzt bin, rede ich viel, um sicherzugehen, dass er alle Infos und ich alle Handlungsanweisungen bekomme.

Geh frühzeitig zum Arzt oder Apotheker. Kommuniziere viel und höflich. Und gute Besserung!

How I travel on a low budget in Kenya

travel on a low budget in Kenya

and why a change in perspective is the key to all richness

Just to warn you: This is much more a blog post on your own attitude and how it can help you deal with the money issue while travelling. It’s not a guide to travel on a low budget in Kenya. BUT: With the right perspective, money issues become much easier to handle.

I went to Kenya as a volunteer because I didn’t have money. Or at least, that was one of the many reasons. The African continent fascinated me and I wanted to get in touch with people instead of visiting the place as a tourist.

In fact, travelling as a volunteer may not be as money-saving as you think.

I paid for my flight tickets, the German organisation that connected me to the Kenyan one, and for them I paid again, for hosting and food. Regardless for me, after finishing school, volunteering was a cheaper option to travel.

It is always good to have a bit of a buffer on your account when going abroad. Many people work extra and save money for their big trip. Tara wrote a non BS guide on how she earns money for travelling.

It’s hard earned money. And it’s precious, so you don’t want to waste it.

I lived very modest in Kenya, never bought sweets or anything that appeared luxury to me. I hadn’t done that in Germany either, in order to keep my bucks together and make this trip happen.

It took me many years to realise two things:

  1. The fact that I am in a position to work extra, earn and save money for a flight ticket, is a privilege that not many people have.
  2. And: Some people in Kenya would have preferred me to send them the money instead of coming.

Some people see me as a walking wallet. Because I do own more money than them.

The most important thing to keep in mind when travelling to the global South is that you as a traveller from the global North will always have more money, better ways to get money and higher financial security than many people you will encounter. Think health insurance, visa card, student loans, help from your family, etc.

Many of my Kenyan friends don’t have a bank account. It’s not necessary for them.

Keeping my privilege in mind makes it a bit easier to decide on what to spend on and it helps to understand certain situations.

Volunteers invited my husband to a fancy restaurant once. To get there, he spent half of the money he had that day on transport and remained with another 80 Kenya Shillings, just enough to get back home. After the meal, where he only took tea which was already expensive enough, the inviting volunteer left a tip of 400 Kenya Shillings on the table. Tipping is generally not very common in Kenya, and there was my husband, spending his last bucks on transport, leaving 400 Shillings on the table of a noble restaurant.

I still don’t spend a lot of money when travelling, mostly because I don’t have it anyway.

  • I don’t need much anymore, as my life has become more minimalistic.
  • I personally don’t give money to people begging in the streets, whether it is in Kenya or in Germany. Even though I could. I may write about my reasons for that another time.
  • I developed a feeling for when something is expensive. I buy local food on the market. I use public transport and don’t join all-inclusive safari packages. Goods and services are cheaper compared to what I would have to pay in Germany. But that is not reason enough for me to abandon my modest lifestyle in Kenya.
  • I don’t invite everyone all the time and pay for everything, just because I feel guilty about having more money than many of my Kenyan friends. But I sometimes cook for them, I help them when they have funerals or hospital bills. Not because I have money, but because it is very common to do that in Kenya.

To me it is important to add value to people’s lives and make them know that they are adding value to mine. Money discussions are still uncomfortable, but I know my privilege and that makes me more open towards the Kenyan culture of dealing with money. I have learned to develop my standing point when it comes to what to pay for and what not.

How do you deal with “the money issue” while travelling? Do you have any good tips or tools you use? Let us know in the comments below!