Reise 2018 unbedingt an diese Top 10 Orte, sonst…

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Die Top 10 Reiseziele für 2018 von Lonely Planet beinhalten viele Ziele in Mittel- und Südamerika. Aber Lonely Planet ist ja nicht die einzige Webseite, die Listen veröffentlicht mit Zielen, die du nächstes Jahr auf keinen Fall verpassen darfst. Nach allem, was ich auf anderen Reiseblogs so lese, sind Bali und Portugal der absolute Renner. Außerdem ist die Region zwischen Slowenien und Rumänien im Kommen. Und Istanbul muss man einfach mal gesehen haben. Und nicht zu vergessen Island. Obwohl, da reisen jetzt gerade alle hin. Das ist schon fast wieder zu touristisch!

Die Top 10 Reiseziele für 2018 müssen wohl ohne mich auskommen.

Ich habe noch nichts von diesen Ländern und Zielen gesehen. Meine Reiseziele für 2018 sind tatsächlich Deutschland, Lettland und Estland, und danach Kenia.

Wenn ich all die Tipps und Listen anderer Menschen lese, wo sie schon überall waren und wo sie mich nächstes Jahr unbedingt hinschicken würden, werde ich ganz kribbelig. Und das liegt nicht so sehr am Reisefieber, sondern eher an einer unterschwelligen Angst, die sich in mir breit macht:

  • Nutze ich meine Möglichkeit, zu reisen, wirklich voll aus?
  • Muss ich nicht noch bestimmte Orte gesehen haben, bevor ich sterbe?
  • Kann ich wirklich mitreden in dieser Reiseblogszene, wenn ich gar nicht oder nur wenig unterwegs bin?
  • Sollte ich nicht lieber neue Länder kennenlernen, als in die schon bekannten zu reisen?

Die Welt verändert sich in einem rasenden Tempo.

Viele Reiseziele sind schon nicht mehr das, was sie mal waren. Bali versinkt im Massentourismus. Venedig versinkt im Wasser. Kuba wird amerikanisch. Wenn ich also nicht jetzt sofort all diese Ziele besuche, werde ich wahrscheinlich viele Kulturschätze niemals gesehen und viele Entdeckungen niemals gemacht haben.

Die Befürchtungen haben zwei Ursachen:

die Angst, etwas zu verpassen und die Angst, die Erwartungen anderer nicht zu erfüllen. Und aus Angst heraus zu reisen ist ein schlechter Grund. Tatsächlich ist Angst immer eine schlechte Motivation.

Wir sollten reisen, weil es uns Spaß macht, weil wir neue Menschen und Lebensweisen kennenlernen wollen. Weil wir liebgewonnene Freunde und Orte wiedersehen möchten. Weil wir auf der Suche nach Schönheit und nach uns selbst sind. Und nicht, weil irgend ein Land auf irgend einer Liste priorisiert wurde.

Diese Listen sind ja meistens wirklich gut gemeinte und auch gut geschriebene Artikel. Die Autoren möchten mich  damit inspirieren. Vorausgesetzt, ich habe noch keinerlei Ideen für mein nächstes Reiseziel und zufällig gerade noch ein bisschen Zeit und Geld übrig, diese Reiseideen auch Wirklichkeit werden zu lassen.

Aber ich reise inzwischen anders.

Ich reise nach Deutschland und Kenia, um dort Freunde und Familie wiederzusehen. Und auch in Estland und Lettland war ich schon. Mein Mann aber nicht. Deswegen nutzt der seine Chance und übt mal Reiseplanung, eine Tätigkeit, die sonst wirklich ausschließlich mir überlassen bleibt. Ich werde also im Baltikum herumreisen mit dem ultimativen Ziel, meinem Mann mehr zu vertrauen und meinen Drang zum perfekt ausgeklügelten Reiseplan loszulassen. Das könnte eine durchaus unterhalt- und lehrsame Reise werden, von der ich dann selbstverständlich berichte.

Wahrscheinlich ist es in Ordnung, wenn ich irgendwann mal sterbe, ohne Bali gesehen zu haben.

Oder Portugal. Wahrscheinlich gibt es sogar viele Menschen, die gar nicht gereist sein müssen in ihrem Leben. Natürlich ist das Reisen eine unglaubliche Bereicherung. Aber ein Studium oder eine Tätigkeit oder ein Lebensstil sind das auch.

Um dir hier mal den Druck rauszunehmen: Du musst 2018 nicht nach Belize reisen! Oder sonst wo hin. Du musst überhaupt nicht reisen! Du kannst tun und lassen, was du willst! Ist das nicht schön?

Wenn dich also all diese Top-10-Listen (oder Jahreswechsel im allgemeinen) ein wenig unruhig werden lassen, dann gibt es wieder mal nur eine Übung, die du von anderer Stelle vielleicht schon kennst: Einatmen. Ausatmen.

Es ist okay, wenn du 2018 zu Hause bleibst, arbeitest, lernst, den Jakobsweg gehst, eine Fahrradtour machst, deine Weltreise antrittst, eine Gruppenreise machst, nach Bali oder Lettland oder Djibouti oder Kansas reist. Es ist okay. Ich wünsche dir einen guten Weg und wundervolle Erfahrungen!

Sag mir noch unten in den Kommentaren Bescheid, ob du überhaupt schon Pläne für nächstes Jahr hast, und wenn ja, welche. So neugierig bin ich dann doch!

 

Solltest du dennoch Reisepläne für 2018 haben, lege ich dir diese kostenlose Email-Serie ans Herz. Sie hat den schönen Titel VorFreudeBereitung. Da bekommst du abgestimmt auf dein Abreisedatum regelmäßig Emails von mir, die dich punktgenau zum richtigen Zeitpunkt an alles erinnern, was du wann vorbereiten musst.

Ich hab sie für meine Schwester entworfen, um sie auf ihren ersten Besuch in Kenia vorzubereiten. Das ist also ein sehr persönliches Projekt und es ist viel Liebe reingeflossen. Außerdem arbeite ich im Moment noch dran. Es ist also eine Art Beta-Version und deswegen NOCH kostenlos. Wenn das für dich interessant klingt dann trag dich gleich ein.

Wie viele Wochen sind es noch mindestens bis zum Beginn deiner Reise?

7 Gedanken zu „Reise 2018 unbedingt an diese Top 10 Orte, sonst…

  1. Hallo Laura,

    sehr schöner Artikel. Die „Angst“, die du beschreibst, kenne ich auch sehr gut. Kann man heute überhaupt noch über Reisen bloggen, wenn man nicht das ganze Jahr im Ausland verbringt?

    Ich sage – wie du sicherlich auch – ja! Und auch wenn ich Bali 2017 tatsächlich dieses Jahr besucht habe, ist und bleibt es doch das oberste Ziel, man selbst zu bleiben und nur dahin zu reisen, wohin es einen zieht. Bali, Belize, Berlin – jeder entscheidet selbst.

    Meine bisherigen Pläne für 2018 sind auch eher bescheiden: Berlin, Italien und ab in die Berge. Auch wenn das nicht besonders spektakulär klingt, werden es bestimmt geniale Trips!

    Liebe Grüße und schöne Weihnachten
    Magdalena

    1. Liebe Magdalena, gut zu wissen, dass ich nicht allein bin mit diesem Reisedruck und dieser Blogger-Angst. Und ich finde, deine Pläne klingen ganz und gar nicht bescheiden!
      Alles Liebe!

  2. Ein wirklich guter Artikel, toll geschrieben und so schön ehrlich. I like! (Und das obwohl ich Bali liebe :D)

    Besonders den Satz „Tatsächlich ist Angst immer eine schlechte Motivation.“ finde ich sehr treffend – denn es stimmt. Der Motivator Angst ist geprägt von ganz viel „Müssen und Sollen“, von „Was sagen die anderen?“ – und widerspricht meist genau dem, was wir wirklich wollen. Und das macht uns nie glücklich.

    Ich habe gerade einen Artikel zum Thema „Hör auf dein Gefühl, wenn du wirklich glücklich werden willst“ auf meinem Blog Soulflake veröffentlicht. Vielleicht magst du ja mal reinschauen. <3

    1. Liebe Sina, ich dachte mir schon, dass sich ein paar Bali-Fans vielleicht zuerst auf den Schlips getreten fühlen. 🙂 Aber schön, dass wir andere Ansichten teilen. Danke für den Artikel auf Soulflake über die Intuition. Dem kann ich wirklich nur zustimmen! Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Unterbewusstsein viel mehr weiß als mein Bewusstsein.
      Alles Liebe!

      1. Ach quatschi mit dem Schlipstreten, ich weiß ja, wie du das meinst. Und dass es dir nicht um Bali direkt geht, sondern um den Gedanken, nicht ALLES bereisen zu MÜSSEN. Das find ich nämlich auch!

  3. Hallo Laura,
    du sprichst mir aus der Seele. Ein wirklich gelungener Artikel. Ich habe mich manchmal schon selbst dabei ertappt, Reiseziele auszuschließen, weil sie nicht exotisch genug oder weit weg genug waren. Obwohl ich Fernreisen nach wie vor liebe, sollten sie doch aus den richtigen Gründen gewählt sein, nämlich neugierig auf Land und Leute zu sein und nicht z.B. aus der Angst heraus, nicht „genügend“ gereist zu sein oder noch nicht die aufregendsten (Trend-) Reiseziele besucht zu haben.
    Im nächsten Jahr ist bei mir bisher New York geplant, eine Stadt, die ich schon zig Mal besucht habe und einfach liebe sowie eine Reise zum Bodensee. Alles andere wird sich schon ergeben. 🙂
    LG
    Nat

    1. Liebe Nat,
      ein weiterer schöner Grund, zu verreisen, ist doch das Zurückkehren an einen Ort, den du liebst. Wie wär’s mit einer kleinen Herausforderung: Du kannst deine Reise zum Bodensee sicher ähnlich exotisch gestalten wie die nach New York! Es beginnt alles immer in unseren Köpfen. Danke für deinen Kommentar, gute Reise und alles Liebe!

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