zwei Personen im Wald beim Mikroabenteuer

Der Zauber im Unspektakulären: In 5 Schritten zum Mikroabenteuer

Früher hieß es Tagesausflug. Heute heißt es Mikroabenteuer. Oder Eskapade.

Gemeint ist ein Ausflug ins Grüne, idealerweise recht nah am Zuhause. Lokal und günstig, aber trotzdem ein richtiges Erlebnis. Für die Extraportion romantischen Nervenkitzel kann man auch noch ein bis zwei Nächte draußen verbringen, aber das ist kein Muss.

Schritt für Schritt zum erfolgreichen Mikroabenteuer:

1. Ziel festlegen – oder nicht!

Für die Organisation unserer familiären Familienausflüge bin ich zuständig. Das Ziel ist nie weiter als 40 Minuten mit dem Fahrrad entfernt und meistens in der Natur. Ich zoome bei Google Maps gerne weit in grüne Flächen hinein und schaue dann, ob es dort was zu entdecken gibt. Manchmal kann man sich Fotos ansehen oder sogar Beschreibungen lesen.

Ich liebe Quellen und kleine Tümpel. Davon gibt es in unserer Gegend genug. Oft folge ich einfach dem virtuellen Verlauf eines Bächleins und markiere auf der Karte seinen Anfang. So haben wir schon mehrere magisch anmutende und versteckte Orte im Wald gefunden.

So richtig abenteuerlich wird das Mikroabenteuer natürlich, wenn man einfach drauflos läuft und dann mal schaut, wo man rauskommt. Der Weg ist das Ziel und diese Art des Mikroabenteuers ist dann das nächste Level, aber auf jeden Fall einen Versuch wert.

2. Recherche für das Mikroabenteuer (optional)

Wenn ich eine womöglich interessante Stelle gefunden habe, gebe ich sie nochmal bei Ecosia ein. Manchmal finde ich nähere Informationen auf lokalen Tourismus-Webseiten, vor allem über sehenswürdige Kleinigkeiten entlang des Radwanderwegs, der hier verläuft. Oder ich lande auf einer Webseite über Grenzsteine und alte Brunnen eines Hobby-Historikers und kann mich nochmal richtig einlesen. Das hat mir schon mehrmals beim Finden der Stellen geholfen, die oft unbeschildert irgendwo im Nirgendwo sind.

Dieser Schritt muss aber gar nicht sein, denn das Wichtigste bei Mikroabenteuern ist ja, sich überraschen zu lassen und offen zu sein für noch so kleine, unspektakuläre Entdeckungen.

3. Vorbereitung für ein Mikroabenteuer

Gepackt werden muss Proviant, genügend zu trinken, bei größeren Abenteuern ein Erste-Hilfe-Beutel (Sonnencreme! Mückenschutz!), und Ausrüstung wie Picknickdecke, Hängematte und Zelt, falls benötigt. Ich persönlich habe keine Karten-Funktion auf meinem Handy und deshalb immer eine Papier-Landkarte dabei. Eventuell Kamera und Ladegeräte einpacken.

Wer sich in sein allererstes Mikroabenteuer begibt, muss vielleicht Schuhwerk und / oder Fahrrad überprüfen. Aber allzu kompliziert sollte es gar nicht sein. Zwei Tage vorher überlegen, wo es hingehen soll und am Abend vorher den Rucksack packen. Und dann los und genießen!

4. Unterwegs und mittendrin

Schließlich ist es soweit und wir treten die Abenteuerreise im Miniformat an. Die Erwartungen lasse ich zu Hause. Das Wichtigste ist, den Wald zu genießen, die Sonne auf der Haut zu fühlen, Schmetterlinge zu beobachten – und bestenfalls von der Magie eines unspektakulären Punktes auf der Landkarte überrascht zu werden. Ich lege die Attitüde der Trophäenjägerin ab und öffne Augen und Herz für all die kleinen Wunder um mich herum. Die Natur hat Heilkräfte, mit denen ich mich auftanken lasse. Hier draußen macht so eine verkopfte Achtsamkeitsübung richtig Spaß und fällt total leicht.

5. Extra-Tipp für dein verantwortungsvolles Mikroabenteuer: Minimaler Impact!

Natürlich gelten in der Natur gewisse Regeln. Eigentlich sollten sie hinlänglich bekannt sein, aber weil ich auch im Jahre 2020 noch Müll in der Wildnis finde, schreibe ich sie nochmal auf.

  • Am Besten öffentliche Verkehrsmittel oder Fahhrad benutzen.
  • Verschließbare kleine Mülltüten einpacken und sämtlichen Müll (ja, auch benutztes Klopapier und Zigarettenstummel!) darin mit nach Hause nehmen. (Oder zumindest bis zum nächsten Mülleimer.)
  • Auf den Wegen oder Trampelpfaden bleiben und sich an separat ausgeschilderte Regeln halten (v.a. in Naturschutzgebieten).
  • Wegen Waldbrandgefahr kein Feuer machen, keine Zigaretten wegwerfen, keine Flaschen liegenlassen… Ich kann nicht glauben, dass ich das hier immer noch ausführen muss, aber ich tue es.
  • Und natürlich alles so lassen, wie es ist (ok, eine Höhle aus Ästen oder ein Steinlabyrinth sind drin), nichts beschädigen, nichts mitnehmen, nicht lärmen…

Stattdessen: Mikroabenteuer genießen!

Wohin geht dein nächstes Mikroabenteuer? Hast du schon welche erlebt? Wie und wo war das? Welche Tipps für Mikroabenteuer hast du?

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