social media beim reisen

Social Media beim Reisen – Der ultimative Guide (um nicht bekloppt zu werden)

Social Media beim Reisen können echt hilfreich sein für dich als Reisemenschen. Aber sie verstellen auch manchmal die Sicht und müssen in Schach gehalten werden, damit authentische Reiseerfahrungen möglich werden.

Auch wenn “verantwortungsvoller Umgang” eher nach erhobenem Zeigefinger klingt: Hier zeige ich dir, wie du eine gute Balance findest, die Vorteile ausschöpfst und dich trotz aller Updates noch auf das eigentliche Reisen konzentrieren kannst.

1. Push-Nachrichten ausschalten

Du wirst diesen Rat schon woanders gelesen haben. Das zeigt nur, wie wichtig und effektiv er ist. Schalte alle Benachrichtigungen ab, die dich darüber informieren, was in deinen sozialen Profilen gerade geschieht. Also kein Klingeln, Klopfen oder Vibrieren, egal ob jemand irgendwas liket, postet oder kommentiert.

2. Social Media beim Reisen zeitlich begrenzen

Du entscheidest, wann du dich auf Social Media beim Reisen (und übrigens auch zu Hause) aufhältst und wie lange. Ungeeignete Zeiten dafür sind zum Beispiel gleich nach dem Austehen und kurz vor dem Einschlafen, womöglich sogar im Bett. Dein Schlaf wird definitiv besser und tiefer und dein Tag startet kreativer und positiver, wenn du Bett und Smartphone so weit wie möglich trennst – zeitlich und lokal betrachtet.

Gerade auf Reisen ist es so wichtig, keine Abstriche beim Schlaf zu machen! Nur so kannst du die Reise richtig genießen, schöpfst dein volles Potenzial aus und brauchst hinterher nicht Urlaub vom Urlaub.

Auch beim Essen hat ein Smartphone eigentlich nichts verloren. Konzentriere dich mal ganz auf die Mahlzeit, auf die neuen geschmacklichen Eindrücke.

Wenn du Menschen gegenüber sitzt, dann lass gerade auf Reisen dein Smartphone weg. In öffentlichen Verkehrsmitteln zum Beispiel kommt man viel leichter ins Gespräch, wenn kein Bildschirm vor den Gesichtern schwebt und keine Kopfhörer die Ohren abschirmen.

Da bleibt also nicht mehr viel Zeit für Social Media beim Reisen. Das ist auch gut so, denn so gewinnst du Zeit fürs Reisen, fürs Leben.

Nimm dir für jedes Profil in den sozialen Medien maximal 20 Minuten. Oder irgend eine andere Zeit, die du für sinnvoll hältst. Am besten nachmittags. Bevor du die App öffnest oder dich einloggst, überlege kurz, was du erreichen willst. Erst dann legst du los.

3. Feed zurückerobern

Feed, Timeline, Chronik… Es hat viele Namen und es frisst deine Zeit. Überlege einmal, wie du deinen sozialen Kanal aktiv nutzen kannst, anstatt dich mit logarhithmisch berechneten Neuigkeiten abzulenken.

Auf Facebook kannst du gezielt einstellen, wovon du mehr haben willst und wovon weniger. Nimm dir vor deiner Reise die Zeit dazu. Gehe auf den kleinen nach unten zeigenden Pfeil oben rechts. Richte unter News Feed-Einstellungen ein, was im News Feed erscheint.

Oder du machst es wie ich und scrollst einfach nie. (siehe unter Facebook)

So kannst du übrigens auch dein Email-Postfach retten.Durchsuche all deine Emails nach “Abmelden” oder “Unsubscibe”. Das Ergebnis könnte eine lange Liste von Newslettern sein, für die du dich eingetragen hast. Frage dich bei jedem einzelnen: Brauche ich den wirklich? Lese ich den wirklich? Bringt er mir eine signifikante Verbesserung im Leben? Wenn das nicht der Fall ist, dann gehört er auch nicht in dein Email-Postfach. Dann hast du ihn nur abonniert, weil du Angst hast, etwas zu verpassen. Setze dieser Angst etwas entgegen, indem du auf “Abmelden” klickst.

4. Achtsam posten

Frage dich vor jedem einzelnen Post, egal auf welchem Netzwerk: Was will ich damit wirklich erreichen? Warum teile ich diese Aussage, dieses Bild oder dieses Video? Wird dieser Post das Leben eines Menschen heute signifikant besser machen?

Behalte deine Privatsphäre und die anderer Menschen im Hinterkopf.

Erinnere dich daran, dass wir Reisemenschen Verantwortung tragen. Welches Bild über dein Reiseland und dich selbst möchtest du verbreiten oder auch nur reproduzieren?

5. Daten schützen

Mach dir bewusst, dass Apps, die Zugriff auf deinen Standort haben, diese Daten sammeln und speichern. Damit lässt sich ein Bewegungsprofil erstellen und auf die Identität schließen. Deaktiviere die Standortbestimmung und gegebenenfalls den Internet-Empfang, wenn du das nicht möchtest.

Gib keine Flug- oder Passdaten online preis, auch nicht auf fotografierten Tickets und Bordkarten. Die können viel zu leicht genutzt werden, um an Bankdaten und andere Infos zu gelangen.

Social Media beim Reisen: Facebook

Wirklich, ich scrolle NIE auf Facebook, weil ich weiß, dass das den Tod der nächsten zwei Stunden bedeuten würde. Ich lese meine Facebook-Chronik nie. Stattdessen überlege ich mir vor dem Einloggen: Was will ich heute auf Facebook erreichen?

  • Brauche ich Inspiration zu einem bestimmten Thema, dann gehe ich in die entsrechenden Gruppen oder auf die passenden Fanseiten und lese quer.
  • Möchte ich mich mit bestimmten Menschen austauschen? Dann bekommen sie eine Nachricht.
  • Brauche ich Rat? Dann frage ich in entsprechenden Gruppen.

“Gruppen sind das neue Herzstück von Facebook.” behauptet Facebook. Deswegen eignet sich Facebook sehr gut zum Austausch vor der Reise und um Gleichgesinnte im Reiseland zu treffen. Der Trick ist, nicht unbedingt den Ländergruppen beizutreten (also Thailand, wenn du nach Thailand fliegst), sondern Interessensgruppen.

Finde Gruppen, in denen sich Menschen von überall aus der Welt über Hobbys, Filme, Ansichten, Ideen, Bewegungen, Übungen oder Lebensarten austauschen und frage dort nach Menschen aus deinem Reiseland. So kommst du mit Gleichgesinnten in Kontakt und kannst sie vielleicht sogar vor Ort treffen.

So habe ich zum Beispiel in einer internationalen Gruppe mit den Themen Selbstverwirklichung, Online-Business, Reisen und alternativer Lebensstil gefragt: Gibt es hier jemanden aus Kaunas in Litauen? Und siehe da, so habe ich eine inzwischen gute Freundin kennengelernt, mit der ich mich in Kaunas oft getroffen habe und mit der ich immer noch n Kontakt stehe.

Du kannst auch Gruppen beitreten, die zu bestimmten internationalen Personen des öffentlichen Lebens gehören. Wenn du zum Beispiel an einem Webinar oder Kurs teilnimmst, gibt es oft eine Facebook-Gruppe dazu, die dem Austausch der Teilnehmer*innen dient. Frag doch da mal nach Mitgliedern aus deinem nächsten Reiseland.

Für spezifische logistische Tipps (Visumverlängerung für Deutsche, Einreise mit Kinderwagen usw.) kannst du dich dann natürlich noch in Gruppen umhören, in denen deutsche Reisemenschen unterwegs sind.

Funktionen in Facebook

  • Bitte um Empfehlungen.

Achte aber darauf, ob du vielleicht die falschen Fragen stellst.

  • “Ich bin hier”

Somit wissen auch Menschen, die dir nicht wohlgesonnen sind, dass du jetzt gerade nicht zu Hause bist.

  • “Reist nach….”

Wie wichtig ist es für deine Online-Freunde, zu wissen, wohin es geht? Denen, die es wirklich wissen müssen (Mama, Oma und die Nachbarin zwecks Blumen gießen), sagst du es besser persönlich.

Social Media beim Reisen: Instagram

Auf Instagram geht es viel persönlicher zu als auf Facebook, finde ich. Bei Facebook erreiche ich mit meinen Posts Gruppen von potentiell hilfreichen Menschen. Bei Instagram picke ich mir direkt die Menschen raus, die ein bestimmtes Foto gepostet haben und kann über Kommentare oder persönliche Nachrichten mit ihnen in Kontakt treten.

Auf Instagram kann ich gezielter nach ortsspezifischen Infos fragen. Dazu nutze ich Geotags. Die findest du mit einer Suche über die Suchleiste. So werden dir nur Bilder angezeigt, die einen bestimmten Ort angegeben haben.

Recherchiere außerdem Hashtags, die über die bloße Ortsangabe hinausgehen (so wie zum Beispiel #texastodo oder #kaunastic). Du kannst diesen Hashtags auch folgen, sodass die Bilder mit diesem Hashtag in deinem Feed erscheinen. Lies und klick dich auch durch die Hashtags unter dem Bild. So findest du schnell heraus, welchen es sich für dich lohnt zu folgen.

Du kannst Bilder mit dem Fähnchen speichern. Deine gespeicherten Bilder, die nur du sehen kannst, lassen sich in Sammlungen zusammenfassen. Tippe dazu oben rechts auf das +. Hilfreiche Sammlungen auf Reisen wären zum Beispiel “Das will ich sehen”, “Traumziele”, “Instagramer*innen in Delhi, die ich treffen will”, “Vegane Restaurants in London” usw.

Bilder auf Facebook und Instagram posten

Hier sind ein paar Fragen, die du dir unbedingt stellen solltest, bevor du ein Foto postest. Einen detaillierten Guide, vor allem für Fotos vom afrikanischen Kontinent, findest du hier.

  • Warum habe ich dieses Foto gemacht? Warum möchte ich es veröffentlichen?
  • Sind alle auf dem Foto zu sehenden Personen ausdrücklich damit einverstanden, dass es öffentlich im Internet erscheint?
  • Welche Filter wende ich an und warum? Was wird dadurch verzerrt?
  • Was schreibe ich zu dem Bild? Bin ich achtsam? Bewerte ich? Steht mir diese Bewertung zu?

Social Media beim Reisen: Pinterest

Die virtuelle Pinnwand funktioniert gut, um Inspiration und konkrete Tipps zu sammeln. Und zwar nicht nur innerhalb von Pinterest. Das Netzwerk erspart dir vor allem lange Listen mit Lesezeichen. Stattdessen hast du alle Links schön übersichtlich in Bilderform auf einem Board.

Da ich Pinterest allerdings nicht nutze, überlasse ich Tatjana von The Happy Jetlagger das Wort:

Social Media beim Reisen: Twitter

Auf Twitter lohnt es sich, Nutzern zu folgen, die mit deinem Reiseland zu tun haben, also Anwohnern, Nachrichtenkanälen, Fluglinien, Hotels, Wetter usw.

Mit den richtigen Hashtags kannst du auch nach Events vor Ort fragen.

Listen helfen, deine Kontakte zum Beispiel nach Reiseländern zu sortieren.

Social Media beim Reisen kurz zusammengefasst:

  1. Verbringe deine Zeit nicht auf Social Media, sondern lebe deine Reise. Stelle dazu alle Push-Nachrichten ab, begrenze aktiv die Zeit für soziale Medien und kontrolliere, was du lesen und sehen möchtest in den Einstellungen.
  2. Veröffentliche immer achtsam, sowohl was den Datenschutz angeht als auch die Privatsphäre und die Schmerzgrenze anderer (fremder) Menschen.
  3. Ich nutze Facebook für Schwarmintelligenz, um in großen Gruppen zu kommunizieren. Und Instagram für Einzelgespräche.
  4. Pinterest ist eine gute Sammelstelle für Inspiration und Tipps aus dem gesamten Internet.
  5. Mit Twitter bist du immer auf dem neuesten Stand, was dein Reiseland angeht.

Auch hilfreich:

Finde mit diesem Quiz heraus, welches Format sich für deine Reiseberichterstattung eignet.

Welche sozialen Medien nutzt du vor und während deiner Reisen – und wie? Schreib mir unten in den Kommentaren.

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